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ERFA Tagung des arv 2021

29.11.2021

Am 24. November 2021 fanden sich Behördenvertreter von Kantonen und Bund mit dem arv zu einem Erfahrungsaustausch ein. Der arv führt im Auftrag der Kantone die Inspektionen auf den Bauabfallaufbereitungsanlagen durch. Die Tagung hatte zum Ziel, Stand und Weiterentwicklung der Inspektoratsprozesse zu diskutieren, damit diese Prozesse stetig weiter verbessert werden können. Dies vor allem auch, um schweizweit einheitliche Standards bei den Anforderungen an die Abfallaufbereitungsanlagen und in der Handhabung der Prüfkriterien zu erreichen.

Inspektionen – Vollzugshilfe – echte Kreislaufwirtschaft
Yann Huet, Inspektor der Geschäftsstelle des arv, zeigte die Resultate zu den Inspektionen auf und erläuterte die Neuerungen bei der Bedienung von ARVIS 4.0, dem IT-System für die Verwaltung des Inspektionsprozesses. Zusätzlich informierte er über den Stand der Dinge bezüglich der Vollzugshilfe zu den mineralischen Rückbaumaterialien. Diese ist in Arbeit und sollte im Frühjahr 2022 in die Vernehmlassung gehen. Nach Inkrafttreten wird sie die Richtlinie für die Verwertung mineralischer Bauabfälle ablösen. Das neue Konzept der Vollzugshilfe besteht darin, Recycling zu fördern und Downcycling zu verhindern. Zum Thema Kreislaufwirtschaft präsentierte Yann Huet anschaulich die verschiedenen Faktoren, welche eine echte Kreislaufwirtschaft ausmachen. Recycling ist dabei nur einer von mehreren Faktoren, die zusammen ein komplexes Räderwerk bilden. Recycling ist jedoch unerlässlich in Anbetracht der begrenzten Ressourcen.

Ausbildungsnachweise und Betriebsreglement «light»
Ein weiteres Diskussionsthema waren die Ausbildungsnachweise für das beschäftigte Personal auf den Bauabfallaufbereitungsanlagen. Laut VVEA müssen die Betriebe sicherstellen, dass die erforderlichen Fachkenntnisse für den fachgerechten Betrieb vorhanden sind und anhand entsprechenden Nachweisen belegen können. Die Frage bestand darin, wie sich die Kontrollen durchführen liessen und ob  ein zusätzliches Prüfkriterium für die Inspektionen eingeführt werden sollte.
Weiter diskutiert wurde ebenfalls eine alternative Möglichkeit zur bestehenden Struktur des Betriebsreglements in Form einer «Light»-Ausgabe für kleine Betriebe, die auf ihre Dimension angepasst ist. Die VVEA verlangt von Betrieben, die mehr als 100 t Abfälle entsorgen, dass sie ein Betriebsreglement vorweisen können, welches die Anforderungen an den Betrieb der Anlagen konkretisiert.

Digitalisierung im «fishbowl» – Diskussion zu neuen Prozessabläufen
Der Bund plant die Aufschaltung einer online-Plattform des BAFU, vorerst für die Erhebung der nk-Abfälle und in einer späteren Phase für die Erfassung der ak- und S-Abfälle. Für die Abfallanlagen, die heute mit dem System ARVIS ihre Abfallströme erfassen, sollte sich im Grunde jedoch nichts ändern: das BAFU verspricht eine Schnittstelle mit dem neuen System eGOV, über welche die Daten des ARVIS-Systems direkt importiert werden können. Zu diesem Thema fanden sich die Teilnehmenden am Nachmittag in einem «Fishbowl» wieder. In dieser Innen-/Aussenkreis-Methode konnte das Wort ergreifen, wer Fragen, Anliegen, Bedenken und Vorschläge äussern wollte. Im Innenkreis für Rede und Antwort sassen Christian Haldimann, der die Sicht der Betriebe vertrat, Matthias Pfund von Ilu, der die Programmierung in ARVIS verantwortet, Dr. Andreas Gössnitzer, als Vertreter vom BAFU, Yann Huet als Vertreter des arv-Inspektorats und Gregor Schguanin, der die Runde moderierte. Das Ziel der Runde bestand darin einen möglichst einfachen Prozess mit klaren Zuständigkeiten und flüssigem Ablauf bei der Umsetzung des neuen Verfahrens zu erreichen. Der arv als Initiant der Diskussion wird anhand der Diskussionsresultate ein Konzept erarbeiten und den Kantonen unterbreiten.

Nebst den fachlichen Themen bot die Tagung auch genügend Raum zum informellen Austausch unter den Teilnehmenden.  Der arv hat gute Rückmeldungen zur Tagung erhalten und darf den Anlass als gelungen bezeichnen.

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