Zurück

Vorwort des Präsidenten

26.10.2020

Liebe Mitglieder des arv

Für das in diesem aussergewöhnlichen Jahr entgegengebrachte Vertrauen, die zielgerichtete und angenehme Zusammenarbeit möchten wir uns ganz herzlich bedanken. Die zweite Welle ist da und unser föderalistisches System ist wieder mit dem Balanceakt zwischen Autoritarismus und Basisdemokratie gefordert. Umso wichtiger ist es im Moment, einen kühlen Kopf zu bewahren und sich auf die relevanten Dinge zu konzentrieren – mit wohlwollendem Blick über den Tellerrand.

Trotz Lockdown, verschärften Hygienemassnahmen und virtueller Zusammenarbeit auf Distanz hat sich in unserer Branche in diesem Jahr einiges bewegt. Die von Schilliger lancierte Motion zur Verwendung von Recyclingbaustoffen wurde vom Parlament angenommen und der arv durfte sich bei der Anhörung «Stärkung der Kreislaufwirtschaft in der Schweiz» konkret einbringen. Die Medien berichten vermehrt über sortenreinen Rückbau und Recycling. Die Wiederverwertung von Baustoffen und die Wiederverwendung von Bauteilen werden von der Gesellschaft allmählich als nachhaltiges Wirtschaften – als Kreislaufwirtschaft – verstanden und rege diskutiert. Auch die Planer arbeiten an den zirkulären Bauweisen und der Bedarf an einer Gesamtstrategie Kreislaufwirtschaft ist aktueller denn je. Wenn die öffentliche Hand als Vorbild vorangeht, wird die Akzeptanz in der Bevölkerung weiter steigen.

In solch schwierigen Zeiten haben die systemrelevanten Bereiche wie Ver- und Entsorgung, Telekommunikation sowie Energiegewinnung hervorragend funktioniert. Die Bauwirtschaft mit ihrer dezentralen Struktur hat ebenfalls dazu beigetragen, die Volkswirtschaft zu stabilisieren. Die Corona-Krise hat es verdeutlicht: Die Abfall- und Baustoffwirtschaft ist systemrelevant!

Trotz Vollbremse im März und April konnten alle arv-Inspektionen der Bauabfallanlagen bis Ende August durchgeführt werden. Erfreulich ist, dass der Grossteil der schweizweit geltenden Anforderungen eingehalten wird. Die durch das Inspektorat verfolgte Umsetzung der Massnahmen und die Beratung durch unsere Inspektoren trugen massgeblich dazu bei. Eine einheitliche Handhabung der Prüfkriterien schafft sowohl Transparenz als auch Vertrauen. Sie hilft dabei, das Qualitätsmanagement in den Betrieben aufrecht zu erhalten und dieses - wenn nötig - zu verbessern. Die Branchenverbände, die in der Organisation der Ar-beitswelt «Abfall- und Rohstoffwirtschaft» (OdA A&R) vertreten sind, streben die schweizweite Vermittlung der anerkannten Regeln der Technik sowie harmonisierte Anerkennungskriterien der zugehörigen Aus- und Weiterbildungen an. Damit sichert sich die Branche einen flächendeckenden, einheitlich hohen Qualitätsstandard. Mit solchen wegweisenden Ansätzen nach dem Slogan «Von der Branche für die Branche» mit Fokus auf Ausschöpfung der Synergiepotentiale, Effizienzsteigerung und Abbau von Marktverzerrungen, tragen wir aktiv zu einem fairen und freien Wettbewerb bei. Der arv ist stolz auf die bevorstehende Unter-zeichnung der entsprechenden Branchenrahmenvereinbarung zwischen den 13 Partnern der OdA A&R, den 26 Kantonen und dem Fürstentum Liechtenstein.

Als weiterer positiver Höhepunkt kann die erfolgreiche Steuerung des Projektes «Erhöhung des Ausbauas-phaltanteils in bituminösen Belägen und Implementierung von Niedertemperaturasphalt: Best Practice Gui-deline» über die Plattform «Kies für Generationen» aufgeführt werden. Die Ergebnisse dieser integrativen Arbeiten, zusammen mit 8 Kantonen, Tiefbauämtervertretern von namhaften Grossstädten, der Fachhochschule Burgdorf, der VSS und weiteren Verbandsakteuren, fliessen in die laufende Revision der VSS-Norm ein. Ohne eine enge, partnerschaftliche Zusammenarbeit hätten wir diese Herausforderung nie meistern können.

31 Jahre ist es her, dass der Grundstein für den heutigen arv gelegt wurde. Die Anstrengungen und die integrativen Ansätze haben sich gelohnt. Ein grosser Dank geht an die Gründer Heiri Eberhard, Peter Staub und Jürg Suter, die den Weg geebnet haben, ebenso wie alle involvierten Akteure und Mitstreiter damals wie heute. Die Periode 2019-2020 stand auch im Zeichen der konsolidierten Repositionierung des Verbandes und des gelungenen Aufbaus eines politischen Beirats. Die zunehmende Komplexität der Themen und Projekte sowie die Bereitstellung der hierfür nötigen persönlichen Ressourcen einerseits, die Verlagerung seiner personellen Prioritäten andererseits, haben Thomas Merz dazu bewegt, Ende November den Stab in sicheren Händen an den Vize-Präsidenten Kurt Morgan weiter zu geben.

Wir bedanken uns für das entgegengebrachte Vertrauen und die kritisch-konstruktive Kultur der Verbandsakteure.

Thomas Merz und Kurt Morgan

MENU