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Organe und Fachthemen

Organigramm

Inspektorat

Die Kommission Inspektorat stellt, als arv-internes Leitgremium des Inspektorates, selbst 3 Inspektoren und hat zurzeit insgesamt 5 Mitglieder. Im Jahr 2020 haben zwei Kommissionsitzungen stattgefunden, an denen die Kommission über strategische Belange des Inspektorates, beispielsweise in der Zusammenarbeit mit dem FSKB und den Kantonen, befunden hat. Der Leiter Inspektorat konsultiert die Kommission aber auch zu operativen Anträgen wie Schwerpunkte der Inspektionen, Anpassungen, die in ARVIS vorzunehmen sind und zu Inhalten der Inspektorenschulung und der ERFA-Tagung mit den Kantonen.

Im Jahr 2020 hat der arv 423 Betriebe inspiziert. Die Betriebe setzten sich aus 276 Bauschuttaufbereitungsanlagen, 170 Bausperrgut-Sortieranlagen und 81 Altholzaufbereitungsanlagen zusammen. 59 Betriebe (14%) haben die Inspektion nicht bestanden.

Christian Haldimann hat als Vorsitzender der Kommission im Jahr 2020 ebenfalls den Vorsitz der Inspektoratskonferenz zwischen dem arv und dem FSKB innegehabt. Die Inspektoratskonferenz unserer beiden Verbände dient dazu, die Bestimmungen, die in der Kooperationsvereinbarung zur Zusammenarbeit der beiden Inspektorate festgehalten sind, in die Praxis umzusetzen und zu präzisieren und, wo nötig, zu harmonisieren. Die Kooperationsvereinbarung zur Zusammenarbeit der beiden Inspektorate ist am 25.03.2020 in Kraft getreten und regelt die Schnittmengen und Kernkompetenzen der beiden Inspektorate. Der Vorsitz wird jährliche alternierend von jeweils einem Verband wahrgenommen. Im Jahr 2021 wird der FSKB den Vorsitz der Inspektoratskonferenz innehaben.

In der Kooperationsvereinbarung zwischen dem arv und dem FSKB zum Inspektorat wird geregelt, dass die Anlagen zur Behandlung von belasteten Bauabfällen zu den Kernkompetenzen des arv gehören. Auf Antrag des FSKB hat sich der arv damit einverstanden erklärt, dass der FSKB Anlagen zur Behandlung von Aushub bis zu einer wenig verschmutzten Belastung (B-Qualität) ebenfalls zu seinen Kernkompetenzen zählen darf.  Damit darf er diese Anlagen in Zukunft eigenständig inspizieren. Bedingungen für diesen Kompromiss war, dass der arv im Projekt zur Entwicklung des entsprechenden Moduls in ARVIS und RESSIS die Leitung innehat und, in Rücksprache mit dem FSKB, die Anforderungen an die Anlagen zur Behandlung belasteter Bauabfälle (ab T-Qualität) festlegt. Das Kick-off Meeting für das Projekt hat am 22.10.2020 stattgefunden. Das Projektteam besteht zurzeit aus vier Personen, jeweils zwei Personen des FSKB und zwei Personen des arv. Die Projektleitung hat Cyril Inderbitzin inne. Ziel ist es, das Modul zur Inspektion und Datenerfassung für die Anlagen zur Behandlung von belasteten Bauabfällen Anfang 2022 in Betrieb zu nehmen.

Im Jahr 2020 hat die Kommission das Anforderungsprofil für Inspektoren genehmigt und gefordert, dass für die Inspektionen 2022 drei neue Brancheninspektoren/-innen engagiert und ausgebildet werden sollen. Zudem hat die Kommission gewünscht, dass ein weiterer Inspektor der Geschäftsstelle in der Kommission Einsitz nimmt. Yann Huet wird daher ab 2021, in seiner Funktion als stellvertretender Leiter Inspektorat und Verantwortlicher für die Inspektionen in der Romandie, an den Kommissionsitzungen teilnehmen. Yann Huet konnte innerhalb der letzten drei Jahre eine umfassende Übersicht der Betriebe in der Romandie und der restlichen Schweiz gewinnen und sein Know-how in allen Bereichen des Inspektorats vertiefen.

Bezüglich Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz (ASGS) konnte bei den jährlich vorgenommen Audits im Auftrag unserer arv-Mitglieder festgestellt werden, dass 95% aller Massnahmen umgesetzt und wirksam sind, gekoppelt mit einem deutlich besseren Stand. Die Berücksichtigung der Aspekte des ASGS bereits bei der Planung und die Integration ins Managementsystem wurden auch öfters festgestellt, was einer sehr erfreulichen Entwicklung entspricht. Eine hohe Professionalität konnten wir auch bei Rückbauvorhaben im Rahmen der Baustellenaudits feststellen. Die interaktiven Fortbildungen und der Erfahrungsaustausch der Sicherheitskoordinatoren mit Fokus Rückbau und Recycling entwickeln sich sehr positiv und immer mehr Geschäftsführer nehmen aktiv daran teil.

arv Inspektorat

Sortieranlagen

Die Kommission Sortieranlagen ist eine verbandsübergreifende Kommission. Sie setzt sich aus 9 Mitgliedern des arv sowie des VBSA zusammen und ist damit die grösste Kommission des arv. Der Vorsitz alterniert jährlich zwischen beiden Verbänden. Im Jahre 2020 hatte der arv mit Fabian Mombelli den Vorsitz inne.

Leider musste auch diese Kommission die am 19.03.2020 vorgesehen Sitzung aufgrund der Massnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie ausfallen lassen. Am 16.09.2020 hat eine physische Sitzung der Kommission auf der Geschäftsstelle des arv stattgefunden. An dieser Kommissionssitzung wurden wegweisende Beschlüsse gefasst. Zum Beispiel hat die Kommission die einzigartige Konstitution über beide Verbände diskutiert und ist zum Schluss gekommen, dass sie nach wie vor sinnvoll ist, da damit ein direkterer Bezug zu wichtigem Partner wie den KVA und Deponiebetreibern innerhalb des VBSA gegeben ist. Weiter wurde entschieden, dass sich die Kommission stärker bei der Erarbeitung von Vollzugshilfen, Revisionen von Verordnungen und der allgemeinen Mitgestaltung von für sie relevanten gesetzlichen Bestimmungen engagiert. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, im Jahr 2021 einen «Stand der Technik» zum Betrieb von Sortieranlagen zu entwickeln und in einem Dokument zu publizieren. Im Jahr 2020 haben für die Kommission Sortieranlagen keine relevanten Konsultationen oder Revisionen gesetzlicher Bestimmungen oder weiterer Regulatorien stattgefunden.

Der Schwerpunkt der Kommission bildete im Jahr 2020 die Erarbeitung eines Vorschlags zur Zusammenarbeit zwischen Sortieranlagen und KVA des VBSA. Die Arbeiten zum nun vorliegenden Dokument wurden bereits im Jahr 2019 begonnen und vom VBSA organisiert. Die Kommission hat zu einem Entwurf des Dokumentes Stellung genommen. An einem online-Meeting am 28.10.2020 wurde eine endgültige Version des Dokumentes verabschiedet, das der Fachkommission «Thermische Behandlung» des VBSA in ihrer nächsten Sitzung präsentiert wird. Im Dokument werden Grundsätze der Zusammenarbeit zwischen Sortieranlagen und KVA geregelt. Es wird festgehalten, dass die Sortierung von Industrie-, Gewerbe- und Bau-Abfällen im Sinne der Kreislaufwirtschaft sinnvoll ist und auch den KVA dient. Diese können so mit brennbaren Restfraktionen von hoher Qualität aus den Sortieranlagen rechnen, die, wie in der Vereinbarung festgehalten, klar definierte Qualitätsmerkmale aufweisen (z.B. frei von Sonderabfällen, möglichst geringe mineralische Anteile usw.). Die Qualität der angelieferten brennbaren Restfraktionen soll durch die KVA stichprobenartig geprüft werden. Im Gegenzug können Sortieranlagen mit einem stetig konstanten Absatz der brennbaren Restfraktionen rechnen und mit den KVA die Lieferkonditionen aushandeln.

Falls das vorliegende Dokument zur Zusammenarbeit zwischen Sortieranlagen und KVA durch die Fachkommission «Thermische Behandlung» des VBSA ratifiziert wird, so hat dies wegweisenden Charakter für eine zukünftig bessere Zusammenarbeit zwischen Sortieranlagen und KVA.

arv Fachthemen: Bausperrgut arv Merkblätter und Richtlinien

Mineralische Recyclingbaustoffe

Die Kommission hat die erste, am 16. März 2020 geplante Sitzung aufgrund der Empfehlung des Bundes zur Eindämmung der Corona-Pandemie nicht durchführen können. Dennoch hat sich die Kommission zum für sie sehr wichtigen Einspracheverfahren des SIA-Merkblattes 2030  ‘Recyclingbeton’ geäussert. Die Vernehmlassung des SIA-Merkblattes 2030 ‘Recyclingbeton’ hat ja bereits letztes Jahr stattgefunden. Auf Verlangen von Teilnehmern aus der Arbeitsgruppe zur Revision des Dokumentes wurde nachträglich ein Einspracheverfahren eingeleitet, weil nach ihrem Ermessen die Anteile für Betongranulat im RC-C bzw. Mischgranulat im RC-M zu hoch angesetzt waren. Die drastischen Senkungen der Mindestanteile für Betongranulat C im RC-C sowie für Mischgranulat M im RC-M im Rahmenentwurf des Merkblattes für das Einspracheverfahren haben wir mit Befremden zur Kenntnis genommen. Für uns war diese Anpassung, die auf alten Studien basiert, nicht vertretbar und wir haben uns dahingehend geäussert. Eine Revision dieser Tragweite erfordert eine fundierte Betrachtung. Wir hatten daher auf neuere Ergebnisse aus umfangreichen Studien gehofft, aus denen ähnliche Erkenntnisse hervorgehen. Dies jedoch erst ab einem Anteil von 50% Betongranulaten, wo die Effekte mit wenig Signifikanz zum Tragen kommen. Alternativ wurde daher vorgeschlagen, einen umfassenden Stand zur Forschung zusammenzutragen, der die Fragen zu den Veränderungen im E -Modul und der Verformung infolge von Schwinden und Kriechen in Recyclingbeton aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet. Auch in der Subgruppe RC-Beton der Plattform Kies für Generationen wurde die Revision diskutiert.

Bzgl. Recyclingasphalt zeigt sich der Erfolg der integrativen Arbeit des arv, zusammen mit dem Fachverband der Zürcher Kies- und Betonproduzenten und den Akteuren der Baudirektion: innerhalb 14 Monaten konnte ein «Guideline Best Practices» bzgl. Erhöhung des Ausbauasphaltanteils in bituminösen Belägen und Implementierung von Niedertemperaturasphalt durch Experten der Fachhochschule Burgdorf erarbeitet werden. Das Forschungsprojekt findet in Zusammenarbeit mit sieben weiteren Kantonen, Grossstädten, Ingenieuren und Produzenten statt. Die  Ergebnisse fliessen in die Revision der VSS-Norm ein.

Die Kommission hat sich im Jahre 2020 dazu entschieden, das Reglement arv-Gütesicherung für rezyklierte Gesteinskörnungen und RC-Kiesgemische (Ausgabe 29. März 2012) zu überarbeiten und, wenn möglich, bis Ende Jahr zu verabschieden. An der Videokonferenz vom 10.11.2020 wurde ein Entwurf präsentiert und diskutiert.  Zudem wurde die Revision des Merkblattes «Neue Perspektiven für alte Steine» in Angriff genommen.

Die Kommission sieht noch grosses Potential bei der stofflichen Verwertung von Aushub- und Ausbruchmaterial. Bodenverbesserung und Erdbau nehmen klar zu und wegweisende Lösungen für die Aufwertung von Erdmaterialien als Erdbeton oder hydrophobiertes CO2-armes Erdbaumaterial stehen zusammen mit Pilotprojekten der ETHZ und der Baudirektion des Kantons ZH zur Diskussion.

Felix Hofer hat angekündigt, dass er für die Wiederwahl im Jahr 2021 als Vorsitzender der Kommission nicht mehr zur Verfügung stehen und von seiner langjährigen Tätigkeit als Vorsitzender zurücktreten wird. Wir möchten Felix Hofer auf diesem Weg für seine langjährige Treue, sein Engagement in der Kommission und im Vorsitz des arv sowie für das Vorantreiben der Anliegen der Baustoffrecyclingbranche herzlich danken.

arv Fachthemen: Recyclingbaustoffe arv Merkblätter und Richtlinien

Altlastensanierer

Auch in diesem ungewöhnlichen Jahr war die Kommission der Altlastensanierer aktiv und hat insgesamt vier Sitzungen abgehalten.

Die Kommission der Altlastensanierer hat sich im Jahr 2020 zum Ziel gesetzt, ein Leitbild zu erarbeiten und zu verabschieden. Zum Jahresende lag ein durch die Kommission redigiertes und genehmigtes Dokument vor. Aufgrund der Corona-Situation war es leider nicht möglich, das Leitbild an einem Treffen aller arv-Altlastensanierer zu präsentieren und das Dokument genehmigen zu lassen. Aufgrund der Corona-Situation war es leider nicht möglich, das Leitbild an einem Treffen aller arv-Altlastensanierer zu präsentieren und das Dokument genehmigen zu lassen.

Die Kommission hat im Leitbild klare Vorgaben zur Bezeichnung Altlastensanierer arv festgehalten und möchte sich als Kommission allfälligen Interessenten für weitere Einsitze öffnen. Das Leitbild soll im Frühling 2021 verabschiedet werden. Es präzisiert, dass Altlastensanierer des arv einerseits Firmen mit Anlagen zur Behandlung von belasteten Bauabfällen sind, die dem Stand der Technik entsprechen. Andererseits muss es sich bei den Mitgliedern der Altlastensanierer um Firmen handeln, die in der Vorbereitung, Leitung und Ausführung von Altlastensanierungen und Entsorgungen aus belasteten Standorten nachweislich Erfahrung haben und über fachkundiges Personal verfügen.

Im Jahr 2020 ist es zu zwei Konsultation gekommen. Zum Modul «Sachgerechter Umgang mit Boden beim Bauen», das ein Modul der Vollzugshilfe «Bodenschutz beim Bauen» ist, gab es aus der Kommission der Altlastenberater sowie aus der Kommission der Altlastensanierer jeweils eine Rückmeldung. Beide Rückmeldungen wurden zu einer arv-Stellungnahme zusammengeführt, die fristgerecht am 30.03.2020 dem BAFU eingereicht wurde. Die neue Vollzugshilfe «Bodenschutz beim Bauen» wurde bislang noch nicht veröffentlicht.

Weiter wurde der arv zur Vollzugshilfe (VH) Modul Verwertung von Aushub- und Ausbruchmaterial, das Teil des Moduls Bauabfälle der Vollzugshilfe zur Verordnung über die Vermeidung und die Entsorgung von Abfällen (Abfallverordnung, VVEA) ist, zur Konsultation eingeladen. Es sind dazu mehrere Rückmeldungen aus der Altlastensanierer- wie auch aus der Altlastenberater-Kommission eingegangen, die wiederum zu einer arv-Stellungnahme zusammengeführt und am 29.05.2020 dem BAFU eingereicht wurde. Nach dem Lektorat wurde die Vollzugshilfe Verwertung von Aushub- und Ausbruchmaterial am 15.12.2020 vorpubliziert.

Kurt Morgan, der den Vorsitz dieser Kommission und das Vizepräsidium des arv innehat, ist zum Präsidenten der SIA 430 «Entsorgung von Bauabfällen» zur Revision der Norm gewählt worden. Ziel der Überarbeitung ist es, die Vorgaben zur Entsorgung und v.a. zur Wiederverwendung von Bauteilen und Verwertung von Bauabfällen verbindlicher zu machen. Die Bauherrschaft soll im Rahmen von Rückbautätigkeiten oder Sanierungen darauf aufmerksam gemacht werden, möglichst viel Material wieder zu verwenden oder zu verwerten. Die Kommission für Nachhaltigkeits- und Umweltnormen (KNU) des SIA hat dazu grünes Licht gegeben und steht hinter dieser Absicht. Dieser Entscheid könnte wegweisend sein für höhere Verwertungsanteile bei der Entsorgung von Bauabfällen aus Bauten des Privatwesens. Die SIA Normen und Empfehlungen sind ja privatrechtliche Vereinbarungen.

arv Fachthemen: Altlastensanierung arv Merkblätter und Richtlinien

Altlastenberater

Aufgrund der ausserordentlichen Situation infolge der Corona-Pandemie hat die Kommission das Know-how Forum sowie das Jahrestreffen der Altlastenberater-Mitglieder in diesem Jahr nicht durchführen können.
Nichtsdestotrotz war die Kommission aktiv und hat insgesamt 3 Kommissionssitzungen durchgeführt. Mehrere Kommissionmitglieder waren zudem in verschiedenen Arbeitsgruppen tätig (zB. Überarbeitung Aushubdeklaration Kt. ZH oder der Tagung Chloronet Praktisch praktisch zur Beprobung von CKW-Material). Aus der Arbeitsgruppe zur Überarbeitung der Aushubdeklaration konnte bereits ein neues Dokument zur Deklaration verabschiedet werden. In der Arbeitsgruppe, die aus Teilnehmern des AWEL, des arv und des FKB -ZH (Fachverband für Kies- und Betonwerke im Kanton Zürich) besteht, wurde schnell ein gemeinsames Verständnis erreicht. Eine der wesentlichen Anpassungen ist, dass die Bauherren neu die Aushubdeklaration immer unterschreiben müssen.

Als einer der Schwerpunkte im Jahr 2020 wurde entschieden, dass die Altlastenberater-Mitglieder intensiver über die Kommissionarbeit informiert werden sollen. Dazu wird von jeder Sitzung ein Kurzprotokoll verfasst, dass den Altlastenberater-Mitgliedern per E-Mail zugestellt wird. So sind alle Mitglieder über die aktuellen Schwerpunkte und Tätigkeiten der Kommission informiert und können einfacher selber Themen vorschlagen.

Die Kommission hat dieses Jahr ihr Leitbild überarbeitet. Das Dokument wurde in einer Vernehmlassung durch die Kommission und die Altlastenberater-Mitglieder genehmigt und verabschiedet. Bei der Vernehmlassung sind keine Rückmeldungen der Altlastenberater-Mitglieder zum Leitbild eingegangen. Das Leitbild wird nach der Übersetzung ins Französisch auf der Homepage des arv publiziert.

Im Jahr 2020 ist es nur zu einer Konsultation gekommen. Zum Modul «Sachgerechter Umgang mit Boden beim Bauen», das ein Modul der Vollzugshilfe «Bodenschutz beim Bauen» ist, gab es aus der Kommission der Altlastenberater sowie aus der Kommission der Altlastensanierer jeweils eine Rückmeldung. Beide Rückmeldungen wurden zu einer arv-Stellungnahme zusammengeführt, die fristgerecht am 30.03.2020 dem BAFU eingereicht wurde. Die neue Vollzugshilfe «Bodenschutz beim Bauen» wurde bislang noch nicht veröffentlicht.

Als Höhepunkt des Kommissionsjahres kann die Sitzung mit dem BAFU bezeichnet werden. Der Austausch war für die Kommission sehr informativ und wurde von beiden Seiten sehr geschätzt. Die dabei behandelten Diskussionspunkte sind in einem vom BAFU genehmigten Protokoll ebenfalls allen Mitgliedern per E-Mail zugestellt worden. Dieser jährliche Austausch mit dem BAFU soll weiter gepflegt werden.

Das Jahrestreffen der Altlastenberater-Mitglieder des arv sowie das Know-how Forum werden im 2021 vor der Tagung Chloronet Praktisch am 28.04.2021 stattfinden. 

arv Fachthemen: Altlastenberatung arv Merkblätter und Richtlinien

Public Relation und Netzwerk

Die Kommission PRNK traf sich dieses Jahr im März und Juni. Wichtiges Datum wäre in diesem Jahr der 30-Jahre-Jubiläumsanlass des arv vom 15. Mai gewesen, mit Knowhow-Forum am Morgen, GV am Nachmittag und Festivitäten im lockeren Ambiente am Abend. Das Schicksal wollte es anders. Die GV konnte zwar am 15. Mai abgehalten werden, jedoch virtuell und ohne geselliges Beisammensein. Die Teilnehmerquote war mit 59 Teilnehmenden dennoch erfreulich. Ganz verzichten musste die Branche dieses Jahr auf das Knowhow-Forum. Wir hoffen, dass wir dieses im nächsten Jahr planungsgemäss am Morgen vor dem Anlass Chloronet Praktisch in Zürich durchführen können, genauso wie das Nachholen der Jubiläumsfeier und die begehrte Fachtagung «Blickpunkt».

Die Branche des Baustoffrecyclings darf sich freuen: die Motion von Nationalrat Peter Schilliger (übernommen vom Nationalratsmitglied Christian Wasserfallen) wurde am 3. Juni 2020 auch durch den Ständerat angenommen, nachdem die grosse Kammer bereits am 20.12.2019 zugestimmt hatte. In Zukunft soll der Grundsatz gesetzlich verankert werden, dass öffentliche Bauten im Hoch-, Tief- und Strassenbau des Bundes, der Kantone und Gemeinden, wenn immer technisch möglich und sinnvoll, mit sekundären Baustoffen geplant und erstellt werden. Diese Vorbildfunktion der öffentlichen und institutionellen Bauherren ist ein wesentliches Element unserer Strategie. Parallel arbeiten wir mit den Planern (USIC, SIA, SALZA) und den Baumeistern (SBV, INFRA Suisse) zusammen daran, die geltende Verwertungspflicht für Bauabfälle überall fest zu verankern. Ein Katalog an wegweisenden Kommunikationsmassnahmen und ein entsprechendes Kampagnenprojekt sind lanciert worden. Weiter darf der arv die Baustoffbörse MINREC übernehmen, gezielt erweitern und als schweizerische Plattform zur Entfaltung bringen, zusammen mit den Planern und Baumeistern sowie mit Unterstützung der meisten Kantone.

Bei der Anhörung der parlamentarischen Initiative «Stärkung der Kreislaufwirtschaft» der Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie des Nationalrats (UREK) im Bundeshaus konnte sich der arv mit klaren Beiträgen für die laufende Revision des Umweltschutzgesetztes einbringen. Beim Thema «Altlasten-Sanierung» setzen wir uns für eine Erhöhung des Prozentsatzes für die Auszahlung der Anteile an Sanierungsprojekten über den VASA-Fonds und sogar für eine Vorfinanzierung im Rahmen der gesetzlich geplanten Beschleunigung ein. Heute muss der Standortinhaber die gesamten Kosten vorfinanzieren, wenn kein Verursacher vorhanden ist. Wir haben beantragt, dass seitens Bund mindestens eine laufende Finanzierung und eine koordinierende Funktion sichergestellt werden.

Parallel dazu hat der arv einen politischen Beirat aufgebaut, um die Interessen der Baustoffrecycling- und Altlastenbearbeitungs-Branche auf der politischen Ebene verstärkt einzubringen und die definierten politischen Wirkungsziele des Verbands zu erreichen. Hilfreich dabei ist die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den weiteren Fachverbänden und den Behördenvertretern.

Die PRNK befasst sich auch mit dem digitalen Angebot des Verbands, um in diesem Bereich à jour zu bleiben und moderne Kommunikationsformen zur Verfügung zu stellen, die für die Mitglieder und Partner unseres Verbands angemessen und nützlich sind. Auch wenn sich unsere Mitglieder seit 2018 mit einer reinen e-Version des Jahresberichts und mit e-Einladungen zur Generalversammlung sowie e-Umfragen sehr zufrieden zeigen, hat die Pandemie der Digitalisierung nochmals zusätzlichen Auftrieb gegeben. Das bedeutet aber keineswegs, dass der arv in Zukunft auf physische Treffen verzichten will. Wir sind überzeugt, dass physische Treffen für den Zusammenhalt und das gegenseitige Vertrauen wichtig sind.

Der arv arbeitet im Rahmen des internen Anlasses «Point de Mire» und der Plattform Kies für Generationen an der Durchführung von virtuellen Anlässen und Podiumsdiskussionen zum Thema Ausbauasphalt anfangs Januar 2021. Auch hier zeigt sich das Potential der integrativen Arbeit des arv, zusammen mit dem Fachverband der Zürcher Kies- und Betonproduzenten und den Akteuren der Baudirektion: innerhalb von 14 Monaten konnte ein «Guideline Best Practices» bzgl. Erhöhung des Ausbauasphaltanteils in bituminösen Belägen und Implementierung von Niedertemperaturasphalt durch die Experten der Fachhochschule Burgdorf erarbeitet werden, zusammen mit sieben weiteren Kantonen, Grossstädten, Ingenieuren und Produzenten. Diese Guideline wird im Januar 2021 vorgestellt und Ende Februar 2021 auf Deutsch bzw. Ende März 2021 auf Französisch vorliegen. Deren Ergebnisse fliessen in die laufende Revision der VSS-Norm ein.

Neu ist geplant, dass Kurzprotokolle der verschiedenen Fachkommission des arv im e-Mitgliederbereich abgelegt, damit Mitglieder Einsicht in das Geschehen des Verbands und die Resonanz der Verbandsakteure nehmen können. Aufgrund der hohen Relevanz des Themas Baustoffrecycling und Verwertung von Aushub-/Ausbruchmaterial wird eine zugehörige Kommission in der Romandie aufgebaut.

Aus- und Weiterbildung

Die Leitung des Fachbereichs und der Arbeitsgruppe Aus- und Weiterbildung ist zu Jahresbeginn von Helene Siegrist zu Reto Trachsel übergegangen. Ein grosser Dank an Helene für die geleistete Arbeit und die gewissenhafte, strukturierte Übergabe der Aufgaben.

Hans-Peter Tanner hat sich aus der Gruppe zurückgezogen, wir danken ihm für sein praxisnahes Engagement. Die anderen Gruppenmitglieder entwickeln Aus- und Weiterbildungsthemen für die Branche aktiv weiter und Barbara Bürge (Leiterin Berufsbildung & Flotte PW bei Eberhard AG) wird zu Beginn des Jahres 2021 dazu stossen. Ein/e weitere/r AkteurIn der Branche aus der Westschweiz wird noch gesucht.

Dominik Iten (Schneider Umweltservice) ist erfolgreich als Berufsschullehrer gestartet. 2020 war der Startschuss für den Umzug der Berufsschule von Horgen nach Dietikon. Mit der neuen Schulleitung werden Gespräche geführt, um den bestehenden Unterricht für die RecyclistInnen in den Schulbetrieb am zukünftigen Ort einzubetten.

Für die RecyclistInnen EFZ wurden Prüfungsinhalte und das Prüfungskonzept überarbeitet. Mithilfe von Testprüfungen und den implementierten Rückmeldungen der SBFI ist man auf gutem Weg, eine adäquate Kontrolle über den Wissenstand der angehenden Berufsleute zu erhalten. Als Ersatz für den zurückgetretenen Experten Hansruedi Arter konnte Beat Thöni durch Dominik Iten (beide (Schneider Umweltservice) motiviert werden.

Als ideale Zusammensetzung der arv-Delegierten bei R-Suisse sieht die Gruppe die amtierenden Prüfungsexperten und zwei Vertreter von der Geschäftsstelle vor. Dies wird mit R-Suisse noch abgesprochen.

Das Kurswesen des TAFE war 2020 von Covid-19 geprägt. Berufsprüfungen in der Westschweiz konnten mit guten Resultaten abgeschlossen werden; es gab nur einige Virus-bedingte Absagen. Die Grund- und Fachkurse mussten wegen den BAG-Bestimmungen abgesagt werden, was zwar eine Belastung darstellte, finanziell aber verkraftbar ist. Der Kanton Tessin wünscht Grund- und Fachkurse in Italienisch. Eine positive Entwicklung: Kantone wünschen vermehrt, dass sich Anlagebetreiber weiterbilden. Der Kurs «Probenahme fester Abfälle» wird als Operationalisierung der theoretischen VVEA-Vollzugshilfe aufgebaut, mit finanzieller Unterstützung des BAFU, der Kantone und der TAFE. Die Aspekte von e-Learning werden dabei strategisch von Beginn weg mithilfe Spezialisten der FNHW angegangen. Der Kursinhalt wird ebenfalls für Moodle aufbereitet. Aus den Erfahrungen dieser Kursentwicklung sollen weitere Kurse in ähnlichem Format entstehen.

Von der OdA Abfall- und Rohstoffwirtschaft (A&R) wird berichtet, dass die im Projekt Art. 27 VVEA erarbeitete Branchenrahmenvereinbarung und Abfallanlagen-Matrix durch die OdA-Akteure und alle Kantone verabschiedet werden konnten. Ein wichtiger Erfolg: das Steuerungskomitee, bestehend aus Vertretern der OdA A&R und Cercle Déchets, kann nun 2021 operativ starten. Für die Altlastenberater sollen zusätzliche Bildungsangebote betreffend Bauabfälle und Baustoffrecycling entwickelt werden. Die latenten Synergiepotentiale innerhalb des arv sollen effizient ausgeschöpft werden.

In der Arbeitsgruppe gleisen wir ausserdem Zukunftshemen auf und diskutieren Stossrichtungen, Inhalte und mögliche Ausgestaltung der Zusammenarbeit. Digitalisierung wird zukünftig zu einem grossen Thema, doch soll bei allem Virtuellen der enorm wichtige Bezug zur Praxis nicht verloren gehen.

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