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« Point de Mire virtuel » vom Donnerstag 21. Januar:
«Wohin mit all den Asphaltbergen?»

21.01.2021

Die Nachfrage nach RC-Asphaltgranulat ist gering, das Strassennetz gesättigt, und wenn Strassen gebaut werden, greifen die Bauherren meist auf Produkte aus Primärmaterial zurück.

Weshalb?
Sind die Anforderungen an das Material in den Normen überholt? Welche Vor- und Nachteile birgt die Verarbeitung im Heissmischverfahren im Vergleich zum Kaltmischverfahren? Gestalten sich die Planung und Umsetzung von Bauwerken mit RC-Asphalt tatsächlich aufwendiger?

Dazu kommen die Herausforderungen an eine ressourcenschonende und klimafreundliche Produktion.

Der virtuelle «Point de Mire» vom 21. Januar 2021 behandelte genau diese Themen. In Interviews wurden verschiedene Akteure aus Wissenschaft und Produktion wie auch von den Behörden befragt. Diese wurden am Anlass gezeigt und diskutiert.

An einer virtuellen «Table Ronde» konnten Interessierte ihre Fragen und Meinungen zum Thema anbringen und erhielten Antworten und Feedback.

Asphalt
Recyclingbaustoffe im Tiefbau-web

Film Interviews und «Table Ronde»

  • Asphalt Abbruch copie

    Ausbauasphalt

  • Asphalt Abbruch aufbereitet copie

    Asphalt-Aufbereitung

  • Asphalt Herstellung copie

    Ladung für den Asphalt-Mischturm

  • Strassenbau copie

    Strassenbau im Hang eines Rebbergs

  • Recyclingbaustoffe im Tiefbau-web

    Strassenbau aus recycliertem Material

Vorreiter
Der Kanton Genf will in Zukunft bei Ausschreibungen den Einsatz von Recycling-Asphalt in den Ausschreibungen fordern und der Kanton Waadt ist seit 2012 Vorreiter in diesem Bereich. Bei der Vergabe von Aufträgen werden Umweltkriterien wie z. B. die Verwendung von RC-Materialien berücksichtigt. Dies ist auch im Kanton Aargau der Fall. Der Kanton Freiburg arbeitet intensiv an der Überarbeitung des gesamten Ausschreibungsprozesses. Das ASTRA hat mittlerweile bereits mehrere Grossprojekte unter Verwendung von RC-Materialien durchgeführt, die weit über den Normwerten liegen. Außerdem hat das ASTRA beschlossen, ihre Vergabekriterien zu ergänzen. Dieses bezieht sich nicht direkt auf den Anteil an recyceltem Material, sondern auf Umweltkriterien, die ebenfalls die Verwendung von recyceltem Asphalt einschliessen. Das Niedertemperaturverfahren ist somit eine weitere Möglichkeit, die Umweltbelastung zu reduzieren.

Die Wahl des Asphaltmischguts für die verschiedenen Deckschichten hängt von den Anforderungen ab, die es erfüllen muss. So muss beispielsweise die Tragschicht mechanische Belastungen aushalten, während die Deckschicht im Kontakt mit den Reifen Sicherheit und Komfort für den Benutzer bieten muss.

Herausforderungen für die Produzenten
Die Qualität des Ausbauasphalts unterscheidet sich nicht nur aufgrund seiner Herkunft je nach Region, sondern auch wegen der Zusammensetzung der Schicht und des Asphalts des jeweiligen Rückbauabschnitts. Diese Inhomogenitäten stellen bei der Aufbereitung eine Herausforderung dar, um eine gleichbleibende hohe Qualität des Endprodukts gewährleisten zu können. Das Recycling-Unternehmen steht daher vor der Aufgabe, diese vielfältigen Faktoren zu managen und ein Qualitätsprodukt mit unterschiedlichen Fraktionen zu produzieren, was wiederum viel Platz in Anspruch nimmt. Sehr oft wird nur die Deckschicht von Straßen erneuert, eine Schicht, bei der die Verwendung von recyceltem Material nicht üblich und nach den geltenden Normen auch nicht zulässig ist. Diese Situation und die Tatsache, dass nur wenige neue Straßen gebaut werden, führt dazu, dass die Mengen von recycelten Asphaltgranulaten stetig anwachsen, statt zu schwinden. Beim recyceltem Betonabbruch ist dies nicht der Fall, da der Gebäudebestand parallel zum Bevölkerungswachstum zunimmt.

Best Practice Guideline
Die «Best Practice Guideline», die demnächst auf der Plattform «Kies für Generationen» veröffentlicht wird, will alle Informationen über gute Beispiele in der Praxis und den dazugehörigen Erfahrungen zur Verfügung stellen. Ergänzt wird dies mit Fachwissen zum Thema sowie Fakten aus der aktuellen Situation, der Gesetzgebung und Normung. Diese wertvolle Arbeit hat es ermöglicht, in nur 15 Monaten einen Leitfaden für die kommenden Jahre zu erstellen. Ein begleitender Flyer in 3 Sprachen wird Bauherren, Ingenieure, Baufirmen, Hersteller und Baustoff-Prüflabors von der strategischen Planungsphase bis zur Fertigstellung der Baustelle und deren Nachbereitung unterstützen – am besten in jeder der 2’220 Gemeinden der Schweiz; für ein besseres Management unserer natürlichen Ressourcen und unserer Infrastrukturen, die für unsere Wirtschaft lebenswichtig sind.

Mehr Infos zum Thema auf youtube:

Einführung «Guideline Best Practice»

Youtube Kies für Generationen

Regierungsrat Dr. Martin Neukom
Baudirektor des Kantons Zürich

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