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Vorwort

« Von der Branche für die Branche »

Durch die Aktivitäten und Entwicklungsarbeit der letzten 2 Jahre darf sich der arv Baustoffrecycling Schweiz heute als ein anerkannter Hauptakteur der Kreislaufwirtschaft bezeichnen.

Anhand gemeinsamer Wertvorstellungen ist die Zusammenarbeit mit Bund, Kantonen und Branchenpartnern positiv zu bewerten. Gegenseitiger Respekt, gemeinsame Ziele und Diskussionsbereitschaft ergeben wertvolle Lösungen für die Mitglieder des arv Baustoffrecycling Schweiz. Als integrativer Netzwerker wird der arv von ETHZ-Umweltstudierenden wie auch von Cousinverbänden der Abfall- und Rohstoffbranche wahrgenommen. So ist die Zusammenarbeit und erreichte Vernetzung mit einem Spinnennetz zu vergleichen; einem der schönsten und beeindruckendsten Konstrukte in der Natur. Dessen umweltgerechter und minutiöser Bau folgt ganz bestimmten Regeln der Technik. Auch hier setzt der arv dank dem Engagement seiner Mitglieder und Experten Massstäbe, definiert schweizweite Standards und gestaltet interaktive Lehrinhalte in den drei Hauptlandessprachen mit.

ETHZ Zeichnung_Studierende

Interpretation der Aktivitäten des Verbands, skizziert von einer Studentin im 1. Semester an der ETHZ.

ARVIS 4.0

Das Hauptaugenmerk galt im 2017 und 2018 dem integrierten Informationssystem ARVIS 4.0.


Im ersten Betriebsjahr konnten erste wesentliche Erfolge auf dem Weg hin von einer Datenbank zu einem Wissenstool zelebriert werden. Die grosse Mehrheit der Schweizer Kantone hat ARVIS 4.0 mitfinanziert. Der FSKB hat Mitte 2018 einen Miteigentumsanteil an ARVIS 4.0 erworben.

Weitere Cousinverbände haben entsprechende Initialisierungsprojekte gestartet; wir wirken dort als Katalysator für digitale und agile Transformation. Aus Sicht vom Cercle Déchets hat ARVIS 4.0 das Potential, das neue Informationssystem der Kantone zu werden und gleichzeitig für das BAFU, das BFE, das BFS und Swisstopo einen hohen Nutzen schweizweit zu generieren.

Die arv-internen Inspektoren bieten anfangs 2019 zum zweiten Mal den Anlagebetreibern einen hochgeschätzten Telefonsupport bezüglich Materialbuchhaltung und ARVIS 4.0 an. Somit können Fehler aus der Vergangenheit in ARVIS 1.0 oder veva-online aufgehoben, und die Datenqualität dank Vorplausibilisierungsarbeiten verbessert werden. Mit der Projektarbeit und ARVIS 4.0 gelingen massive Verkürzungen des Inspektoratsprozesses wie auch grosse Schritte in Richtung Harmonisierung der Standards: Für alle Abfallanlagebetreiber gelten schweizweit gleichlange Spiesse.

 

Entwicklung Inspektorat

Die Anzahl der zu inspizierenden Anlagen nimmt zu. Für alle sollen die gleichen Massstäbe gelten.

Wie es der Name «Informationssystem» sagt, dient ARVIS 4.0 der einheitlichen Kommunikation zwischen Betreiber, Behörden und Brancheninspektorat.

Die Möglichkeit, Bilder abzuspeichern und die Prüfkriterien direkt mit dem Tablet zu bewerten, gewährt eine präzise Erfassung der Gegebenheiten. Mit den Grundsätzen des Debriefings der Inspektion vor Ort, der visuellen Cockpits und der Erweiterung für Arbeitssicherheit & Gesundheitsschutz konnten mit ARVIS 4.0 neue Massstäbe gesetzt werden.

Weiterbildung: Synergien nutzen und Sprachbarrieren überwinden 

In der Recyclingbranche bieten historisch sehr viele Verbände ihre eigenen Aus- und Weiterbildungen an.

Die OdA (Organisation der Arbeitswelt) «Abfall und Rohstoffwirtschaft» hat sich Ende 2017 zum Ziel gesetzt, diese vielfältige Auswahl besser aufeinander abzustimmen und Synergien auszuschöpfen. 13 Verbände aus der Branche haben sich deshalb zusammengeschlossen und vertreten die Abfallanlagebetreiber; was sie von der OdA Umwelt klar differenziert.

BAFU und Cercle Déchets begrüssen die Etablierung eines Angebotes von Aus- und Weiterbildungen auf nationaler Ebene und damit die Umsetzung des Art. 8 und 27 VVEA. Die Geschäftsführer von arv und Swiss Recycling wirken seit anfangs 2019 als Co-Präsidenten der OdA und treiben diese Wandlung voran. In Zukunft sollen visuelle eLearningmodule erarbeitet werden, um Quereinsteigern den Eintritt in die Recyclingbranche zu erleichtern – unabhängig von den sogenannten Sprachbarrieren.

Beim Recyclist-Lehrgang sind grössere Anpassungen im Gange, die wir – in Bezug auf Bauabfälle - verantworten. Im TAFE „Fachmann/Fachfrau für Personal von Entsorgungsanlagen“ fand die erste Berufsprüfung mit 14 Teilnehmenden statt.

Das Thema periodische Fortbildung wie auch regelmässige Erfahrungsaustausche gewinnen an Bedeutung. Dies leben unsere Altlasten- und Bauabfälle-Berater seit fast 10 Jahren. Der arv pflegt auch hier einen integrativen Ansatz mit der bevorstehenden Lancierung einer modernen Plattform für die Qualifizierung und dynamische Auflistung der Fachberater; dies in enger Zusammenarbeit mit ASCA/VABS, FAGES, BGS, der Suva, dem BAFU und dem BAG. 

Ab 2021 sollen Gebäudeschadstoffsanierer ihre Fortbildungsspflichten nach der kommenden BauAV-Revision auch mit dieser Plattform dokumentieren. Bei der Weiterbildung der Rohstoffaufbereiter zeigten sich 94% der Teilnehmenden im Rückblick zufrieden oder sehr zufrieden.

Baustoffkreislauf und VVEA Vollzugshilfen

Erwähnenswert ist auch die Förderung des Einsatzes von Recyclingbaustoffen. Das neueste strategische Projekt des arv ist nach einer intensiven Initiierungsphase gestartet.
 

Partnerallianzen mit gemeinsamen Wertevorstellungen wurden gebildet und es werden Synergien mit der Zürcher Plattform Kies für Generationen genützt. Eine gute Zusammenarbeit und ein starker Zusammenhalt der Akteure der Branche Abfall- und Rohstoffwirtschaft ist für ein Vorwärtskommen der Projekte unabdingbar; das heisst zusammengefasst also: «Gemeinsam, von der Branche für die Branche».

Die Experten der Fachkommissionen arbeiten nach wie vor mit Hochdruck an den Anpassungen der VVEA-Vollzugshilfen, um eine wirtschaftstaugliche und handliche Handhabung zu erlangen.

Danke!

Geschätzte Mitglieder, wir danken Ihnen herzlich für Ihr Vertrauen; bei der Mitgliederumfrage im Herbst haben Sie uns sehr gute Noten gegeben. Die Verbesserungspotentiale sind erkannt und wir sind daran, die Kommuni­kations- und Lobbyingarbeiten mit internen Ressourcen und Partnerschaften zu intensivieren. Für eine bessere Transparenz, erhalten Sie ab dem Frühjahr 2019 die Möglichkeit der Einsicht in die Arbeit und Beschlüsse der arv-Kommissionen und des arv-Vorstands.

Mit grosser Vorfreude auf das 30-jährige Jubiläum des arv Baustoffrecycling Schweiz - am 15. Mai 2020, am Zürcher Geburtsort - haben wir die Arbeit für die Vorbereitungen aufgenommen.

Wir freuen uns auf eine weiterhin partnerschaftliche Zusammenarbeit, einen regen Austausch und eine erfolgreiche Zukunft für die Branche.

Herzlich
Thomas Merz

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