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Organe und Fachthemen

Kommission Inspektorat

2018 war für die Kommission Inspektorat ein intensives und bewegtes Jahr. Die wohl bahnbrechendste Neuerung stellte die Inbetriebnahme von ARVIS 4.0 dar.  

Rund um das Projekt ARVIS 4.0, wurde die Kommission, mit Christian Haldimann als Vorsitzender, stark beansprucht und konsultiert. Zur Unterstützung bei verschiedenen technischen und besonders bei finanziellen Entscheiden wurde auch das ARVIS-Projektkoordinationsteam beigezogen. Das neue Modul der Materialbuchhaltung in ARVIS 4.0 sieht eine einfachere Art der Abfall- und Produkte - Datenerfassung vor. Für die Inbetriebnahme hat die Geschäftsstelle entschieden, den inspizierten Betrieben eine kostenlose Beratungsdienstleistung per Telefon für die Erfassung der Daten anzubieten. Dies wurde von der Kommission genehmigt.  

Effizient und zeitgemäss
Die internen Inspektoren der Geschäftsstelle waren mit der Beratungsarbeit stark beschäftigt; bei den allermeisten Betrieben sind sie aber dafür auf sehr gute Resonanz gestossen, und die erste Runde zeigt bereits schon grosse Effekte auf die Qualität der erfassten Daten. Das System ist so konzipiert, dass die im Vorjahr erfassten Prozesse und Entsorgungswege bestehen bleiben und der Betrieb lediglich die im Bezugsjahr umgesetzten Mengen erfassen muss. Voraussetzung dazu ist aber, dass es seine Aufbereitungs- und Entsorgungsprozesse in Bezug auf das Vorjahr unverändert bleiben. Die alljährliche Plausibilisierung der umgesetzten Mengen und der an ihnen vorgenommenen Aufbereitungsprozesse bleibt daher eine der wichtigsten Aufgaben des Inspektorats. Dank der neuen Werkzeuge von ARVIS 4.0 laufen diese Prozesse effizienter und zeitgemässer.

Eintritte und Austritte
Die Kommission musste mit den Austritten von Richard Erismann (Pension), Jean-Marc Furrer (Pension) und Tony Pfiffner (Krankheit) leider 3 Abgänge verzeichnen. Mit Fabian Mombelli und Urs Fischer durften dafür wieder zwei neue Mitglieder der Kommission begrüsst werden. Beide sind ebenfalls als Inspektoren tätig. Fabian Mombelli ist Geschäftsführer der REWAG Regio-Wiederverwertungs AG und Urs Fischer ist Leiter der KIBAG Recycling Werk im Kanton Zürich.

Mitinhaber und Interessenten für ARVIS 4.0
Ein weiteres Thema, das die Kommission wie aber auch den arv-Vorstand umgetrieben hat, waren Verhandlung zur Beteiligung des FSKB an ARVIS 4.0.
Im Juli 2018 konnte, nach intensiven Verhandlungen, ein Vertrag zur Mitinhaberschaft abgeschlossen werden. Damit verfügt der FSKB nun über die nötigen Mittel, um die von ihnen durchgeführten Inspektionen von Bauschuttaufbereitungsanlagen an Standorten von Kiesabbaustellen gleichwertig vorzunehmen. Weitere Verbände zeigen grosses Interesse an ARVIS 4.0 und möchten das System - oder mindestens Teile davon - für ihre eigene Datenerfassung und Anlagenkontrollen verwenden. 

Neue Betriebsstandorte, Erweiterungen der bestehenden Vereinbarungen
Mit den Kantonen Uri, Jura und Freiburg wurden im 2018 Vereinbarungen zur Inspektion von Bauabfallanlagen für das neue Inspektionsjahr abgeschlossen. Die bestehende Vereinbarung zu den Inspektionen von Bauschuttaufbreitungsanlagen im Fürstentum Liechtenstein wurde um Anlagen zur Aufbereitung von Holzabfällen erweitert. Insgesamt ergeben sich dadurch für den arv im 2019 eine Gesamtanzahl von 454 Betriebsstandorten (und ca. 500 Einzelanlagen) zur Inspektion. Diese Betriebsstandorte werden im 2019 durch 10 Inspektoren kontrolliert. Die neuen Vereinbarungen und Mandate konnten wir ebenfalls als grossen Erfolg im 2018 verbuchen.

 

Kommission Sortieranlagen

Im 2018 hat sich die Kommission, gemeinsam mit dem VBSA stark mit Fragen aus der Erarbeitung der Vollzugshilfen (VH) für die Verordnungen über die Vermeidung und Entsorgung von Abfällen (VVEA) und weiteren Fragen des abfallrechtlichen Vollzugs auseinandergesetzt. Den Vorsitz hatte dieses Jahr Joe Imgrüth inne. 

Fragen zur Datenerfassung treiben die Mitglieder der Kommission stark um, da die Datenerfassung mindestens für Sortieranlagen ziemlich aufwändig ist. Dem arv ist es gelungen, Einfluss auf die Berichterstattung zu nehmen: Die bestehenden und etablierten Konzepte zur Datenerfassung von Abfall- und Materialströmen für Sortier- und Altholzaufbereitungsanlagen und weiterer Anlagen, die den arv betreffen, werden nicht tangiert.

Mit den geschulten und umgesetzten Konzepten zur Erfassung der Daten nach LVA-Codes - die den meisten Anlagenbetreiber bekannt sind und sich über die Jahre etabliert haben - kann nun weitergefahren werden. Für unsere Mitglieder und weitere betroffene Abfallanlagenbetreiber werden sich durch die Umsetzung der VH Berichterstattung keine Mehraufwände ergeben.

Entsorgung von Holzabfällen - Cercle Déchets
Der Vollzug zur Entsorgung von Holzabfällen, der in der VeVA-Vollzugshilfe beschrieben ist, bleibt ein intensiv behandeltes Thema von der Kommission. Ende 2018 wurde diese Vollzugshilfe überarbeitet und bis zum 31.01.2019 konsultiert; der arv wie auch der VBSA haben für beide Verbände eine sehr wichtige Stellung bei der VH eingenommen. 
2018 wurde zudem durch den Cercle Déchets Ost ein neues Faktenblatt veröffentlicht, das in den betroffenen Kantonen den Umgang mit Holzabfällen regelt. An der Erstellung und v.a. Vernehmlassung des Dokumentes hat sich die Kommission intensiv beteiligt. 

Definition von Siedlungsabfällen
Eine eindeutige uns aussagekräftige Definition des Siedlungsabfall-Begriffes ist der Kommission ein wichtiges Anliegen. Für einige Sortieranlagenbetreiber bestand aufgrund der bis anhin unklaren Definition eine gewisse Rechtsunsicherheit, wenn sie diese Abfälle annahmen und entsorgten, da der Staat ein eigentliches Entsorgungsmonopol auf Siedlungsabfälle hat. Die im 2018 durch das BAFU neu veröffentlichte Definition, ist eine Folge der Umsetzung der Motion Fluri, gemäss welcher die Siedlungsabfallentsorgung einer Teilliberalisierung unterzogen werden sollte. Diese Definition empfinden der arv wie auch der VBSA als zufriedenstellend und erhoffen sich dadurch mehr Klarheit in der Praxis für die betroffenen Abfallanlagenbetreiber.

Danksagung 
Joe Imgrüth hat an der letzten Kommissionssitzung des 2018 seinen Rücktritt als langjähriger arv-Vorsitzender dieser Kommission verkündet. An der GV 2018 wurde er bereits offizielle aus dem arv-Vorstand verabschiedet. Für sein langjähriges Engagement für die Anliegen der Branche, die stets sehr angenehme Zusammenarbeit und die langjährige Treue möchten wir uns ganz herzlich bei Joe bedanken und ihm für die Zukunft alles Gute wünschen.

Kommission mineralische Recyclingbaustoffe

Eine Frage, welche die Kommission mineralische Recyclingbaustoffe schon länger umtreibt, ist die Haltung der Kommission und somit des arv‘s gegenüber der Herstellung von RC-Kiesgemischen. 

Die Kommission hat beschlossen, dass zwar die Herstellung von RC-Kiesgemischen nach wie vor zulässig sein soll, jedoch nicht gefördert werden will. Auf jeden Fall ist das Mischen verschiedener Bauschuttfraktionen zu unterlassen (z.B. das Mischen für Strassenaufbruch oder kiesigen Aushub zu Betonabbruch oder Ausbauasphalt zur Herstellung von RC-Kiesgemischen B oder A).

Die Herstellung von RC-Kiesgemischen ist ein Auslaufmodell und langfristig nicht sinnvoll, da die Lebensdauer bzw. der Lebenszyklus von RC-Kiesgemischen vermutlich nur einen Nutzungszyklus betragen. Das echte Recycling, also die Verwendung von Rückbaustoffen in ihrer ursprünglichen Form (Beton als Beton, Asphalt als Asphalt und Strassenaufbruch als Strassenaufbruch) ist auf jeden Fall der Herstellung von RC-Kiesgemischen vorzuziehen.  Der Einsatz von RC-Kiesgemischen ist wiederum aber einer Endlagerung auf einer Deponie vorzuziehen.

Siebkurve und stoffliche Zusammensetzung von RC Baustoffen
Die Kommission hat den Beschluss gefasst, dass sämtliche Bauabfälle nach entsprechendem Norm-Werk und -Einsatz hergestellt und geprüft werden müssen. Es soll also für jeden hergestellten RC-Baustoff immer mindestens eine Siebkurve und stoffliche Zusammensetzung vorhanden sein, die den Anforderungen der entsprechenden Norm genügen. Die Zertifizierung sämtlicher hergestellter RC-Produkte steht dem Unternehmer aber offen.

Eine zwingende Zertifizierung sämtlicher RC-Baustoffe (Bauproduktekonformität nach BauPG) erachtet die Kommission als nicht sinnvoll und der Qualität nicht zutragend. Vermutlich würde der enorme administrative Aufwand sowie der Prüfaufwand zu einer Verteuerung der gesamten Produktion von RC-Baustoffen führen, der ihre Herstellung und letztendlich ihren Einsatz für nur noch für einige wenige Unternehmen und Bauvorhaben ermöglichen würden. 

Vollzugshilfe «Verwertung mineralischer Rückbaumaterialien»
Die neue Bauabfallrichtlinie heisst in Zukunft: «VH Verwertung mineralischer Rückbaumaterialien». Felix Hofer, Vorsitzender der Kommission, hat einen Sitz in der Begleitgruppe für die Erarbeitung der Richtlinie. Die Gruppe hat im Juni 2018 getagt. Erarbeitet wurde ein interner Entwurf, der noch einer intensiven Überarbeitung bedarf.
Die Vollzugshilfe zur Verwertung mineralischer Rückbaumaterialien der VVEA ist eine der Wichtigsten für den arv. Sie soll möglichst alle unsere Anliegen beinhalten; mindesten aber die vorgängig beschriebenen Beschlüsse der Kommission. Der arv wird alles Mögliche daransetzen, um diese sehr wichtigen Ziele für den Verband und die gesamte Baustoff-Recyclingbranche erreichen zu können.

Kommission Altlastensanierer

Für die Kommission der Altlastensanierer ist die Erarbeitung verschiedener Vollzugshilfe der VVEA, seit der Inkraftsetzung der VVEA im 2016, ein leitendes Thema. 

Dazu nehmen Kurt Morgan, als Vorsitzender der Kommission und auch als arv Vizepräsident, sowie Ursin Ginsig und Stefan Eberhard gleich in mehreren Begleitgruppen zur Erarbeitung der Vollzugshilfen Einsitz. Kurt Morgan nimmt Einsitz als Mitautor in den Begleitgruppen zu den Vollzugshilfen (VH) «Allgemeine Bestimmungen» sowie in der VH «Probenahme fester Abfälle». Stefan Eberhard in der VH «Verwertung von Aushub - und Ausbruchmaterial», Ursin Ginsig in der Begleitgruppe zur Erstellung der VH «Ermittlung von Schadstoffen» und «Angaben zur Entsorgung von Bauabfällen» sowie der VH «Auf den verschiedenen Deponietypen zugelassene Abfälle».  

Wegweisend für die Arbeit der Altlastensanierer sind die VH «Ermittlung von Schadstoffen» und «Angaben zur Entsorgung von Bauabfällen» sowie die VH «Verwertung von Aushub- und Ausbruchmaterial». In der VH «Ermittlung von Schadstoffen» und «Angaben zur Entsorgung von Bauabfällen» hat die Kommission Anliegen eingebracht, die eine konsequente Schadstoffentfrachtung sowie anschliessende Verwertung von Bauabfälle fordert. 

Leider haben nur einen Teil dieser Anliegen Anklang bei den Autoren des BAFU‘s für die Vollzugshilfe gefunden. Wie sich in den Arbeiten zur Erstellung der Vollzugshilfen der VVEA herausstellte, tut sich das BAFU schwer damit, verbindliche Vorgaben in den VH festzuhalten. Leider werden so die - unseres Erachtens - guten Vorgaben der Verordnung nicht immer konsequent umgesetzt. 

Klarheit im Umgang mit Aushubmaterialien
Die Kommission konnte einen wichtigen Schwerpunkt in der VH «Verwertung von Aushub- und Ausbruchmaterial» setzen, und zwar, mit einer Übersicht zur Klassierung und Bezeichnung von Aushubmaterialien sowie weiteren Bauabfällen in Abhängigkeit ihrer Belastung. Klarheit diesbezüglich ist im Umgang mit Aushubmaterialien in der Praxis unerlässlich. Auch in dieser VH hat sich das BAFU leider schwergetan, verbindliche Angaben über die möglichst vollständige Verwertung von belasteten Aushubmaterialien zu vermitteln. Die Kommission bedauert dies und sieht darin eine verpasste Chance.

Forderung eines höheres Verantwortungsbewusstsein der Bauherrschaft
Die Bauherrschaft soll bei der Entsorgung der Bauabfälle - für die sie verantwortlich ist - stärker in die Pflicht genommen werden. Der arv versucht bei der Erarbeitung der Vollzugshilfen einen Schwerpunkt darauf zu setzen. Dieser Umstand ist in der VVEA im Artikel 16 festgehalten, wird heute aber nicht oder noch zu selten wirklich konsequent umgesetzt. 

Viele Bauherren sind sich dieser Pflicht noch nicht im vollen Ausmass bewusst. Der arv ist dezidiert der Meinung, dass die Herausforderungen der Baustoffrecycling-Wirtschaft und gleichzeitig die Lösung der Fragen um das Ressourcenmanagement in einer klaren Regelung bei der Verantwortung zur Entsorgung von Bauabfällen liegen.

Die Bauherrschaft soll sich künftig bereits in den frühen Phasen strategische Planung und Vorstudien Gedanken über die Entsorgung ihrer Bauabfälle am Nutzungsende ihres Bauwerkes machen müssen. Das wird sie auch dazu bewegen, mit der Zeit nur noch ausschliesslich rückbaufähiges und schadstoffarmes Material für den Einsatz in Bauwerken einzusetzen.

Überarbeitung der SIA 430 Norm
In der Kommission der Altlastensanierer wird ebenfalls die Überarbeitung der SIA 430 Entsorgung von Bauabfälle (Entsorgungskonzept) diskutiert. Kurt Morgan hat Einsitz in der Arbeitsgruppe und diese wird von Bruno Schmid präsidiert (ebenfalls arv-Experte). Die gänzliche Verantwortung der Bauherrschaft für ihre Bauabfälle soll im Normenheft ebenfalls verankert werden. In der neuen SIA 430 sollen zudem die Rückbaufähigkeit der Bauteile/Baustoffe und ihre Kreislaufführung viel stärker thematisiert werden.

Kommission Altlastenberater

Für die Kommission der Altlastenberater war das 2018 ein bewegtes Jahr. An deren Vollversammlung, die jährlich vor dem Know-how Forum stattfindet, wurden mit Laurent Steidle ein neuer Vorsitzender und mit Isabel Baur, Lars Schudel und Mathias Joppen gleich drei neue Kommissionsmitglieder gewählt. Lorenz Lehmann gibt sein Amt als Vorsitzender der Kommission der Altastenberater nach über 10-jähriger Tätigkeit ab und wurde von Altastenberatern für sein enormes Engagement und all seine geleistete Arbeit mit gebührendem Applaus an der Vollversammlung verabschiedet. 

Die offizielle Ersatzwahl des Vorsitzes durch Laurent Steidle soll an der Generalversammlung 2019 bestätigt werden. Aus der Kommission verabschiedet wurde zudem Thomas Eisenlohr, ebenfalls nach einer über 10-jährigen und sehr engagierten Tätigkeit. Isabel Baur, ebenfalls Mitarbeiterin der Dr. Heinrich Jäckli AG, wird ihn ersetzen. 

Thomas Eisenlohr hatte für die Kommission der Altlastenberater Einsitz in der Begleitgruppe zur Erstellung der Vollzughilfe (VH) «Ermittlung von Schadstoffen und Angaben zur Entsorgung von Bauabfällen». Er hat dort die grundsätzlichen Anliegen des arv erfolgreich eingebracht; nämlich eine konsequente Schadstoffentfrachtung sowie die anschliessende möglichst vollständige Verwertung von Bauabfällen und das Schliessen des Baustoffkreislaufes. 

Zudem war er Initiator des Projekts zur Erweiterung der bestehenden Altlastenberaterliste um sämtliche Berater, die für die Umsetzung der Ermittlungspflicht von Schadstoffen und für die Erarbeitung der Angaben zur Entsorgung von Bauabfällen notwendig sind (Art. 16 VVEA). Es sind dies Gebäudeschadstoffdiagnostiker und bodenkundliche Baubegleiter (BBB). Gespräche mit den entsprechenden Verbänden «Vereinigung Asbest-Berater Schweiz (VABS)», «Fachverband Gebäudeschadstoffe (FAGES)» und «Bodenkundliche Gesellschaft der Schweiz (BGS)» wurden bereits aufgenommen und das Projekt somit lanciert. 

Grosses Engagement in der Erarbeitung verschiedener Vollzugshilfen
Auch Bruno Schmid ist als Altlastenberater-Kommissionsmitglied in mehreren Begleitgruppen zur Erarbeitung verschiedener Vollzugshilfen aktiv. Bruno engagiert sich in der VH «Allgemeine Bestimmungen», v.a. zum Thema «Betriebsreglement für Betreiber von Abfallanlagen». Dabei soll eine möglichst einfache und allgemein gültige Vorlage etabliert werden. Inhaber von Abfallanlagen, die jährlich mehr als 100t entsorgen, sind seit dem Inkrafttreten der VVEA in der Pflicht, ein Betriebsreglement zu erstellen und der entsprechenden Behörde zu unterbreiten. 

Bruno Schmid hat ebenfalls Einsitz in der Begleitgruppe VH «Auf den verschiedenen Deponietypen zugelassene Abfälle», wo er sich für die Anliegen der Altlastenberater einsetzt. Dabei hat er zusammen mit Ursin Ginsig (Kommission Altlastensanierer) eine Übersicht mit einer Matrix vorgelegt, welche die Zuordnung von Abfällen zur Entsorgung auf den richtigen Deponietyp vereinfachen soll.

Besucherrekord beim KnowHowForum 2018
Das Know-how Forum 2018 wurde zum Thema Probenahme fester Abfälle in Regensdorf durchgeführt. Am Anlass referierten Hans Musch (uwe LU), Max Steidle (steidleConsulting GmbH) und Thomas Eisenlohr. Als ehemaliger Verantwortlicher des BAFU‘s für die VH «Probenahme fester Abfälle» erläuterte Hans Musch die Ergebnisse der Vernehmlassung und die Kernanliegen der VH. Max Steidle präsentierte die Ergebnisse einer Studie im Auftrag des Kantonalverbands «Steine Kies Beton St. Gallen» (KSKB) zum Thema «Grundsätze einer standort-und risikobasierten Probenahme», die Eingang in die bestehende VH finden soll.

Zuletzt stellte Thomas Eisenlohr den arv-Ansatz und unsere Sicht in den bereits am Know-how Forum 2014 vorgestellten Merkblättern zur Haufwerkbeprobung dar. Am Nachmittag fanden praktische Übungen zur Probenahme fester Abfälle und effektive Probenamen auf dem Areal der KIBAG RE in Regensdorf statt. Das Know-How Forum fand bei den Altlastenberatern sehr guten Anklang. Mit 74 Teilnehmerinnen und Teilnehmern konnten wir wiederum einen Besucherrekord verbuchen.

Altlastenschema_5393px - Kopie

© BAFU / OFEV / UFAM. Illustrator: Walter Pfenninger, BAFU
Schadstoffe aus alten Deponien, Betrieben, Schiessanlagen und von Unfällen können Grundwasser, Oberflächengewässer, Boden und Luft gefährden.

Kommission PR und Netzwerk

Die PR- und Netzwerkkommission (PRNK) gestaltete auch 2018 wieder das Programm des arv- Herbstanlasses Blickpunkt Baustoffrecycling Schweiz. Mit dem Titel „Recyclingbaustoffe: Möglichkeiten & Verantwortung für Planer, Unternehmer und Bauherrschaft“ sollten insbesondere Ingenieure und Bauherren vermehrt angesprochen werden, da diese beim Entscheid für oder gegen RC-Baustoffe eine wichtige Rolle innehaben. 

Um die Zielgruppen gezielt über den Anlass zu informieren und Referenten zu stellen, wurden erstmals Partner fürs Blickpunkt Baustoffrecycling Schweiz gesucht. Mit usic (Schweizerische Vereinigung Beratender Ingenieurunternehmungen), VSS (Verband der Strassen- und Verkehrsfachleute) und SMI (Fachverband Schweizerische Mischgut-Industrie) wurden wertvolle Partner gefunden. 

Wie das Konzept des Anlasses vorsieht, hatte mit Markus Renggli, Geschäftsführer Lötscher Plus Gruppe, wieder ein arv-Mitglied die Gelegenheit, seine Sichtweise darzulegen. Als charismatischer Moderator konnte Franz Adam, früherer Abteilungsleiter Abfallwirtschaft und Betriebe, AWEL Kanton Zürich, gewonnen werden. 

Point de mire 2018 
Der Anlass Point de mire 2018 in Lausanne für die französischsprechenden Mitglieder sollte thematisch demjenigen der Deutschschweiz nahestehen und dem letztjährigen Konzept treu bleiben: Am Morgen Inputreferate in zwei Modulen und am Nachmittag Workshops. Dies wurde so umgesetzt. Desweitern wurde ein neues Sponsorenkonzept entwickelt, welches ein kombiniertes Sponsoring in der Deutsch- und Westschweiz ermöglicht und eine Vergünstigung für arv-Mitglieder beinhaltet. 

Es wurde festgestellt, dass nur wenige Mitglieder aus der Branche „Altlastenberatung“ an der Generalversammlung des arv teilnehmen. Um die GV für die Altlastenberater attraktiver zu gestalten, wurde beschlossen, ein Inputreferat einem relevanten Thema aus dieser Branche zu widmen. Als neues PRNK-Mitglied übernahm Rafael Schuler, Geschäftsführer Filiale Bern Sieber Cassina + Partner AG, dieses Referat. 

Mitgliederumfrage
Die Ergebnisse der elektronischen Umfrage 2018 unter den arv-Mitgliedern wurden in der PRNK vertieft analysiert und daraus resultierende Massnahmen definiert. Diese Massnahmen flossen in eine SWOT-Analyse ein und dienen als Massnahmenplan. Desweitern wurde in der PRNK das Erscheinungsbild des zukünftigen Geschäftsberichts diskutiert. 

Danksagung
Ende 2018 wurde René Schneider, Geschäftsführer Schneider Umweltservice AG, aus der Kommission verabschiedet. Der arv bedankt sich herzlich für sein langjähriges, sehr starkes Engagement. 

Arbeitsgruppe Aus- und Weiterbildung

Die Arbeitsgruppe wird für Projekte im Bereich Aus- und Weiterbildung beigezogen. 2018 stand die weitere Begleitung der Totalrevision der Ausbildung Recyclistin/Recyclist EFZ von Seiten des arv's im Fokus.

Die Trägerverbände wurden aufgerufen, ihre Kapitel des Nachschlagewerks „Modell-Lehrgang“ (neu: Kompendium) zu überarbeiten, welches künftig elektronisch verfügbar sein wird. Die Verbände haben sich dabei auf einen gemeinsamen inhaltlichen Aufbau der Kapitel geeinigt.

Überarbeitet wird das arv-Kapitel „Bauabfälle“, welches 2019 für die neuen Lehrlinge bereitstehen soll, durch die arv-Geschäftsstelle; die Arbeitsgruppe Aus- und Weiterbildung übernimmt dabei die wichtige Aufgabe der Qualitätssicherung. HansPeter Tanner, Berufsschullehrer bei den Recyclisten EFZ seitens arv, fand in der Arbeitsgruppe einen wichtigen Ansprechpartner bei der Anpassung des Lehrplans und der Lehrmittel.

Informationen zu den Aus- und Weiterbildungen
Die beiden Verbände FSKB (Fachverband der Schweizerischen Kies- und Betonindustrie) und VSMR (Verband Stahl-, Metall- und Papier-Recycling Schweiz) sind dem Trägerverein Ausbildung Fachpersonal Entsorgungsanlagen (TAFE) beigetreten. Der VSMR beteiligte sich im November 2018 erstmals am Fachkurs 2 „Sortierung & Aufbereitung“, der ein Modul der Weiterbildung zur Fachfrau / Fachmann für Entsorgungsanlagen ist und durch den arv geleitet wird. Die erste Berufsprüfung fand im März 2018 mit 14 Kandidaten statt. Als Experten von Seiten arv waren Josef Binzegger, Martin Feldmann (Toggenburger) und Joe Imgrüth tätig, die auch bei der Entwicklung der Fragen beteiligt waren.

Nach ihrer Gründung am Ende 2017 hat sich die OdA (Organisation der Arbeitswelt) «Abfall und Rohstoffwirtschaft» positiv entwickelt und schöpft Synergien aus. BAFU und Cercle Déchets begrüssen das Etablieren eines Angebotes von Aus- und Weiterbildungen auf nationaler Ebene und damit die Umsetzung der Art. 8 und 27 VVEA.

Beim Rohstoffaufbereiter haben sich 94% der Teilnehmer/innen im Rückblick zufrieden oder sehr zufrieden mit der Weiterbildung gegeben.

Danksagung
Die Arbeitsgruppe verabschiedete Hansruedi Arter (Schneider Umweltservice AG) per Ende 2018. Wir danken ihm für seinen langjährigen Einsatz in der Kommission und Arbeitsgruppe. Er wird uns jedoch als Prüfungsexperte bei den Recyclisten EFZ erhalten bleiben. 

oda Abfall und Rohstoffwirtschaft

BAFU - Abfallvermeidungsstrategie

Das BAFU hat letztes Jahr Arbeiten für eine Abfallvermeidungsstrategie aufgenommen. Der arv Baustoffrecycling Schweiz wurde neben weiteren Akteuren aus der Entsorgungsbranche eingeladen sich daran aktiv zu beteiligen.

Als Referenzrahmen für die Erarbeitung dieser Strategie dienen das Umweltschutzgesetz (USG), die Abfallverordnung (VVEA), die BAFU-Amtsstrategie, das EU-Kreislaufwirtschaftspaket, die Sustainable Development Goals (SDGs) sowie die Praxis in den verschiedenen EU-Mitgliedstaaten.

Die Abfallvermeidung ist ein äusserst vielschichtiges Thema, bei dem es nicht bloss um technische Aspekte geht, sondern ökonomische, ökologische wie auch politische Fragen und Themen wie z.B. Produktionsprozesse, Lieferketten, Handel und Konsum sowie Entsorgung einschliesst.

Heute fallen in der Schweiz jährlich rund 80 bis 90 Mio. Tonnen Abfall an; die Abfallmengen steigen seit Mitte der 1980er Jahre laufend an. Wichtigste Ursachen für das hohe Abfallaufkommen in der Schweiz sind das Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum, die steigende Anzahl Haushalte sowie die Zunahme des Konsums.

Entsorgungssystem Schweiz - Es funtkioniert gut, aber...
Trotz Anstieg der Abfallmengen sowie der Entwicklung hin zu vielfältigeren und mitunter stärker schadstoffhaltigen Abfällen führte die Politik des Bundes zu einer deutlichen Verringerung der Umweltbelastung aus der Abfallentsorgung. Die Schweiz als kleines Land mit beschränktem Deponieraum setzte bei der Entsorgung grundsätzlich auf die stoffliche (Recycling) und thermische Verwertung.

Das BAFU bestätigt, dass die Schweiz heute über ein gut funktionierendes Entsorgungssystem aus öffentlichen und privaten Akteuren verfügt, was z.B. zu hohen Recyclingquoten führt. Die Finanzierung der Abfallentsorgung findet heute in der Regel durch die Abfallverursacher statt (Verursacherprinzip, Art. 2 USG).

Auch wenn viele wichtige Stoffkreisläufe weitgehend geschlossen sind und die Umweltbelastungen gesamthaft vermindert wurden, stellt das BAFU fest, dass unser Land noch weit von einer nachhaltigen Rohstoffnutzung entfernt ist.

In Zukunft besteht die Herausforderung darin, nicht allein die Aufbereitungs- und Entsorgungstechnologien zu optimieren, sondern die gesamte Wertschöpfungskette – von der Rohstoffgewinnung über die Produktion, den Konsum und die Entsorgung von Abfällen inkl. dem Recycling – so umzugestalten, dass weniger Rohstoffe verbraucht werden und weniger Abfälle anfallen.

Mit 16.8 Mio. Tonnen pro Jahr Rückbaumaterial vertritt der arv Baustoffrecycling Schweiz die Akteure des zweitgrössten Abfallstroms. Mit 57 Mio. Tonnen bilden Aushub- und Ausbruchmaterialien den grössten Abfallstrom unserer Gesellschaft.

 

BAFU: Thema Abfall und Rohstoffe
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